
Am 21. März 1933 wird vor den Toren Berlins, in der Kleinstadt Oranienburg, eines der ersten Konzentrationslager im Deutschen Reich errichtet. Das Wachpersonal bilden SA-Männer, die Häftlinge sind hauptsächlich KPD- und SPD-Mitglieder und -Funktionäre. Sehr schnell steht das KZ im Licht der Öffentlichkeit: Führungen werden für Journalisten organisiert, denen es als vorbildliche "Erziehungsanstalt" für Opfer der "Verführung" durch Marxismus und Kommunismus vorgestellt wird. Ziel dieser nationalsozialistischen "Öffentlichkeitsarbeit" ist es, der vom Ausland betriebenen "Greuelpropaganda" entgegenzuwirken.
Am 30. September 1933 berichtet der gleichgeschaltete Rundfunk ausführlich über das Oranienburger Lager in einer Tonaufnahme, die vermutlich allerdings nur über Kurzwelle für das Ausland und die Auslandsdeutschen gesendet wird. Es handelt sich um die einzige erhaltene NS-Rundfunkaufnahme über ein Konzentrationslager. Sie wird neben zahlreichen anderen historischen Tondokumenten im Schallarchiv des Deutschen Rundfunkarchivs am Standort Frankfurt am Main aufbewahrt. Anhören
short englisch description:
one of the first "conzentration camps" was build in 1933 close to Berlin. The first prisoners were german socialists and communists. The conzentrationcamps raised lots of questions among the journalist, therefor some of them were allowed to visit the camp. There was also a feature on a nazi-controlled radio station.
According to the radio propaganda feature, the prisoners were "people bewitched by communism"